, Anuschka Dolezalek-Frese

Mein Paddelurlaub auf der Moldau

Ausfahrt Moldau 07.-14.06.2025

Man kennt die Moldau als Fluss in Tschechien und als Namensgeber für ein symphonisches Werk von Bedrich Smetana. Aber was heißt „kennen“? Kennen kann man einen Fluss nur, wenn man ihn gepaddelt hat oder in ihm geschwommen ist. Oder beides …

Eine der größeren Ausfahrten des GOC 2025 war eine mehrtägige Tour auf der Moldau zwischen Vissy Brod und Zlata Koruna. Die Anfahrt war bereits vielversprechend; unser Kanu wurde im Bayerischen Wald durch Starkregen und Orkanböen getestet. Ab der Tschechei allerdings wurde das Wetter immer freundlicher, so dass wir abends mit den Freunden auf dem Campingplatz bei trockener Kälte typisch tschechisches Fast Food vertilgen konnten.

Am nächsten Tag wurde geklärt, wer mit welchem Auto mit wie vielen Kanus zur Einsatzstelle fährt und wer zur Aussatzstelle, damit am Ende des Tages alle Menschen und alle Kanus wieder bei den Zelten und Campern im Basislager ankamen. Diese Einteilung hat gut funktioniert und wurde zur Vermeidung von Diskussionen für die kommenden Tage beibehalten. Jeden Tag fuhren also 3 Autos beladen mit 6 Kanus Moldau aufwärts, die Kanus paddelten eine Etappe flussabwärts, wo ein Auto wartete, um die Fahrer/in zur Einsetzstelle zu bringen, wo ja die Transportautos geparkt standen. Dabei streiften wir Horni Mlyn, Rozmberk, Kemp Branná, Kemp Viking und kamen zuletzt durch Cesky Krumlov bis zum Campingplatz in Zlatá Koruna.

Die Moldau ist ein wunderschöner Fluss, allerdings besteht das Flussbett aus teils recht scharfkantigen Steinen. Es klingt nicht so schön, wenn das Kanu daran entlang schrappt. Außerdem gibt es ziemlich abenteuerliche Wehre, die die tschechischen großen Verleih-Gummiboote angefüllt mit jauchzenden Teenagern elegant nehmen, die teils ungeübten Kanuten allerdings eher unelegant. So gingen Jürgen und Anuschka mehrmals baden. Die Wassertemperatur war ein Glück nicht kalt – vielleicht setzt sich die warme Moldau gegenüber der kalten Moldau, welche beide die Quellflüsse sind, etwas stärker durch …

Alle anderen Paddler, egal ob Solo – Friedrich, Rainer und Thomas – oder die anderen Duos – Andrea und Günther, Ela und Herbert – kamen nicht in den Genuss eines Flussbades, und die Stimmung blieb insgesamt sehr ungetrübt. Einzig die Horden tschechischer Jugendlicher, die jeden Abend in wechselnder Personenzahl sowie Altersstufen den Campingplatz mit allzu guter Laune und Lautstärke bevölkerten, zerrten nach 01.00 Uhr nachts etwas an den Nerven.

Nach 6 Tagen Fluss- und Lagerleben mussten wird dem Fluss „Na shledanou“ sagen und verließen die Tschechei in verschiedene Himmelsrichtungen, je nachdem, ob noch ein Anschlussurlaub oder bereits wieder der Alltag wartete.