Die grüne ISAR

Veröffentlicht: 23. Juni 2014

Anreise ist am Mittwoch Nachmittag, freundlicherweise nehmen
mich Herbert und Manuela in ihren großen Sprinter mit, soviel Platz beim
einladen hatte ich noch nie!

Nach angenehmer Fahrt ohne große Staus erreichen wir Einöd,
und ja es ist so wie es sich anhört. KlEIN und ÖD. Die Zeltplatzwiese stellt
uns gleich mal Logistisch vor eine Herausforderung. Georg, Franz, Herbert W. und
Brigitte sind schon da. Erst ein Zelt steht. Problem: zu viele Zelte zu wenig Platz,
mit Schnur und Zirkel wird gemessen wo, wie viele 7ner und 9ner hinpassen,
Steine markieren das Zentrum. Trotz aller Mathematik, immer noch zu wenig
Platz. Was soll´s, dann schlaf ich halt mit Brigitte in einem Zelt, die kenn
ich zwar noch nicht aber das macht mir und ihr nix aus, so lernt man
schließlich neue Freunde kennen. Auch Herbert W. und Franz werden eine Kurzzeit-WG,
somit können die anderen Teilnehmer anrücken.

Donnerstag. Zum Glück kommen ein paar Teilnehmer mit
Großraumbus, Landrover bzw. mit Wohnwagen, somit eine Sorge weniger. Die
Strecke für Heute ist ganz oben angesetzt vom Silvensteinstausee bis Bad Tölz. Dank
täglicher Zwangsabgabe durch den Stausee ist der Wasserstand zwar niedrig aber
fahrbar. Wir setzten mit einem Bunten Mix aus Amateur, Familien und
Feiertagsausflüglern ein und gleich geht’s mit 3 sich steigernden Absätzen los.
Am Dritten wird erstmal geguckt und siehe da, das Boot von Herbert (unseren
Veranstalter) ist doch tatsächlich nicht richtig vertäut und versucht den
Schwall alleine zu reiten. Zum Glück reagiere ich schnell und hole den
Abtrünnigen zurück ans Ufer. Die gesamte Strecke ist toll, Bergpanorama und
Sonne satt.

Am großen Naturwehr wird’s nochmal spannend, ich werde Zeuge
wie zwei Jungs OHNE Schwimmweste, Neopren oder Helm in einem Billiggummiboot darunter
brettern. Dumm! aber es geht gut und ich beschließe die Linie war gar so übel
egal ob freiwillig oder mit viel Glück. Also wage ich es als einzige da runter.
Mein Herz schlägt bis zum Hals und an der oberen Kante denke ich nur „MIST, von
hier oben sieht das alles Gleich aus, wo war nochmal die Linie links?!?, rechts
?!? Kurze Panik!!!  Welle, Loch Welle Absatz,
GROßES Loch, Wasser im Boot, Absatz, Loch, STEIN, WUSCH, ich bin UNTEN. Juhuuuu
und gleich hinterm Stein ins Kehrwasser!“ Jetzt bin ich Stolz auf mich, Applaus
vom Ufer. Leider hat die Videoaufnahme nicht geklappt aber die anderen Sagen
mir „ Sah gut aus, bist die ganze Zeit auf und ab gehüpft“. Das ist für mich
das Highlight des TAGES.

Brigitte und auch mehrere Männer sind auch Solopaddelnd
unterwegs und somit bin ich unter vielen Gleichgesinnten, am Ende sind wir Mädels
ganz Stolz auf die 26 Flusskilometer, des heutigen Tages. In Bad Tölz fahren
wir sogar an einer Freiluftbühne vorbei, direkt an der Flusspromenade findet nämlich
gerade ein kleines Fest statt. Mit Rockigem Sound motiviert, ist der
Aufkommende Gegenwind dann auch keine Anstrengung mehr wert.

Freitag.  Die heutige
Strecke beginnt da wo wir gestern Aufgehört haben, also Bad Tölz. Allerdings
setzen wir nach dem Kraftwerk ein und umgehen so eine Umtragung. Die Strecke
bietet sogar noch schönere Kehrwasser als zuvor und zudem die höchsten Wellen
der ganzen Ausfahrt. Mein Boot nutzt das mit munterem Rauf und Runter Gewackel,
wie eine echte Banane halt.  Georg macht
mit eine TandembootTeam Kurs, aber der Rest der Truppe ist auch fleißig am
Spielen, Surfen und Kehrwasser anfahren. Somit bleibt die Truppe den ganzen Tag
zusammen, das es nur 10 km sind, haben wir genug Zeit auch mal länger zu
verweilen.  In einem Kehrwasser dann, Wahnsinn
eine 60cm Hecht!!! Und zwar lebend und ganz nah im Glasklaren Wasser kaum 1 Meter
unter der Wasseroberfläche (nur 50 Meter Fluss auf steht ein Angler, wenn der
wüsste ^^).  Der Tag ist wettertechnisch
etwas kühler, mal will es nieseln dann wieder nicht, da ist man dann doch froh
um halb 5 am Campingplatz anzulanden und einen warmen Kaffee und eine Dusche zu
bekommen.  Am Abend, gewohnte
Lagerfeueridylle, und als würde man verfolgt, die angereiste Truppe die auf dem
Schotterparkplatz eine Ebene weiter oben zeltet  sind Tschechen!!! Aber die Nacht wird lang
nicht so laut, zwar mit Gitarrenklang aber der ist weitgenug weg und ich
unterhalte mich noch angeregt mit Brigitte über Gott und die Welt, ist
schließlich meine letzte Nacht. Leider.

Samstag: Heute geht’s ab Einöd los. Da ich von Franz mit
nach Hause genommen werde, wählen wir und 3 andere Boote die Kurze Variante bis
Wolfratshausen. Die Anderen fahren dann nochmal ein paar km weiter. Der
Flussabschnitt hier ist geprägt von vielen Hochwasserschäden, sprich lauter
Bäume die im und am Wasser umgestürzt sind. Außerdem mäandert die Isar und
macht immer größere Bögen und Schlaufen. Dadurch sind mehrere
Prallwandsituationen dabei, die ich schon immer nicht gemocht habe.  Die sind mir einfach unheimlich und die Pilze
die danach entstehen sind mit meinen kleinen drehfreudigen Boot auch nicht
lustig. Zumindest gibt mir Antje eine guten Tipp : „Pilze muss man klein Hacken“
,um somit mit kleinen Schlägen seine eigene Strömung zu erzeugen. Danke für den
Tipp, funktioniert wunderbar!

Eine Schrecksituation habe ich dann doch mit meiner
Prallwandangst! Durch fehlende zeitliche Absprache und fehlende eingebaute
Bremse in meinem Boot, schubse ich ungewollt bei meiner Kehrwasser Einfahrt
meine Mitfahrgelegenheit Herbert und Manuela unsanft aus dem Kehrwasser mitten
auf den Querliegenden Baum. Es kommt wie es kommen muss, die Beiden Kentern
mitten vor der Wand, beide Tauchen ein und unter dem Kanu durch, welches im
Baum festklemmt. Herbert bleibt für meine Nerven gefühlte ewige 10 Sekunden
Unterwasser (wahrscheinlich waren es nur 3-5sek.). Schreckensrufe und erste
Wurfsäcke fliegen schon. Da Taucht Herbert hinter dem Kanu wieder auf. *MEGA-Seufz*
Herbert versucht das Boot zu befreien, klappt aber nicht, mein Wurfsack ist zu
kurz (na Toll) aber von der Anderen Seite erreicht ihn einer und er kommt am
anderen Ufer unversehrt an, Manuela ist auch schon längst rausgefischt.  Inzwischen sind Herbert W. und Ralf zu mir auf
die andere Seite gefahren und Ralf und Ich klettern am Ufer entlang. Ralf wird
von mir Abgeseilt und schubst das Boot solange bis es Frei kommt. Verluste sind
nur Materiell in Form von zwei Brillen.

Ich glaube die zwei überlegen es sich das nächste Mal genau
ob sie mich mitnehmen oder nicht ;-), ich hab auf jeden Fall ein schlechtes
Gewissen und werfen mich ihnen um Vergebung bittend vor die Füße. Vergebung Angenommen.
Und die Sonnenbrille von Herbert kann ich sogar gleich durch eine vor Ort
gefundene austauschen, sieht sogar echt hip aus.

Kurz vor Ende der Strecke kommt dann die Loisach noch in die
Isar geströmt und es bietet sich nochmal die Chance zum Wellensurfen. Man landet
kurz danach an, es wird schonmal verabschiedet und ich sammle noch ein paar
letze Souvenirs ein. Jäger und Sammler. ^^

Am Campingplatz angekommen nehme ich noch ein kurzes
erfrischendes Bad in der Isar und lasse noch ein bisschen mein Boot von Jürgen
testen. Auch ich versuche mich an ein Paar Übungen mit meinem Kanu in Sachen
Gleichgewicht.

Auf der Heimfahrt wird dann natürlich Fußball WM in
Brasilien gehört: Deutschland gegen Ghana. Spannend bis zum Schluss! (2:2) der
Satz passt somit für das gesamte Wochenende J

  • Selbst gebauter Isarturm
  • Am Silvensteinstausee
  • Tolle Kulisse!
  • Der HECHT!
  • Pause
  • Einöd Zeltplatz und Einsatztstelle
  • wie die Hühner auf der Stange
  • Die Prallwand an der ES GESCHAH
  • Snail Trail vom Campingplatz
  • grün
  • gemütlich

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