2er-Canadier Grundkurs im April (Georg Petz)

Veröffentlicht: 19. Juni 2015

Seit ca.
zwei Jahren beschäftigten wir uns mit dem Gedanken mit einem Canadier, Bäche
und Flüsse zu bewandern. Wir schauten uns Filme von allen möglichen Kanufahrten
im Internet an. Besonderes Interesse mit Spaßfaktor zeigten die Tourifilme auf
You Tube mit "Boot versenken". Meine Frau Iris, die noch nie in so
einem Canadier gesessen hat, meinte, dass ich mal jemand suchen soll, der uns
das Paddeln beibringt, da sie nicht als Lachnummer im Bach baden gehen wolle, wie
es viele taten. Ich tauchte also wieder ins Internet ein und kam über  Kanuvereine und Dachverbände zum GOC. Dort
fanden wir auch Berichte und Beiträge über das Fahren der Canadier, die
angebotenen Ausfahrten und das dazu gehörende Lagerleben. Schnell wurde uns
klar: hier sind wir richtig. Im
Januar wurden die ersten Kurse angeboten, und so buchten wir den Canadier-Grundkurs
im April und 14 Tage später den Aufbaukurs an der Enz bei Georg Petz. Schnell
kam von Georg eine Mail mit der Seminarbestätigung und einem kurzen Schreiben,
bei weiteren Fragen könnten wir mit Ihm Kontakt aufnehmen. Die Zeit verging,
und es wurde April. Das Wetter war noch nicht angenehm , die warmen
Temperaturen ließen auf sich warten und der Kurs rückte immer näher. Georg
schickte uns eine Mail mit der Wegbeschreibung zum Lager und zur Einsetzstelle
in Enzweihingen. Nach GOC-Meldungen waren wir die  einzigen Teilnehmer zu diesem Kurs. Da
glaubten wir noch, eine Absage zu erhalten. Doch dann rief Georg eine Woche vorher
an und führte mit Iris ein sehr gutes Gespräch. Er meinte, da wir nur zu zweit
teilnehmen würden, könne er die Ausbildung intensiver durchführen. Am Freitag dem 24.04 reisten wir dann gegen
Abend in Enzweihingen an. Durch die gute Anfahrtsbeschreibung von Georg fanden
wir den Lagerplatz schnell. Georg war schon vor Ort und nach Abstellen unseres
Wohnwagens ging es zum gemeinsamen Abendessen. Danach bauten wir noch das Tipi
von Georg mit Ofen auf. Die behagliche Wärme im Tipi lies die Verweildauer
steigen und nach einer sehr guten Unterhaltung erlosch das Feuer im Ofen gegen
1:30 Uhr.  

Am frühen
Morgen streifte ich mit meinen beiden Labradoren an der Enz entlang und auf dem
Rückweg sah ich schon Rauch aus dem Ofenrohr von Georg´s Tipi aufsteigen. Das
Kaffeewasser war schon am Kochen, Iris hatte das Frühstück vorbereitet und so
begann für Iris und mich das Abenteuer Canadier-Grundkurs an der Enz mit Georg
Petz.

Noch während
des Frühstücks erzählte uns Georg von der Gründung und des Verlaufs des GOC´s ,
von Gepäckfahrten mit seiner Familie und den Ausfahrten beim GOC, vom Canadier und
seinen Längen, Kielsprung, Boottypen und Fahreigenschaften. Georg zeigte uns
seine verschiedenen Paddel, erklärte uns deren Beschaffenheit und ihre
unterschiedlichen Längen, bis hin zu den Schwimmhilfen, Rettungswesten und
Wurfleinen. Er beantwortete auch geduldig unsere Fragen die wir zum Thema
hatten. Das Frühstück wurde abgeräumt und die Boote fertig gemacht zum Einsetzen
in die Enz. Da Iris an diesem Tag Geburtstag hatte muss ich ihr das hoch
anrechnen, dass sie diesem Termin zustimmte . Georg nahm sie als Erste ins
Boot, ihr kam kein Grinsen mehr über die Lippen, sie war voll konzentriert über
die Einsteigemanöver bis hin zum Abstoßen und dem Erlernen der Grundschläge.
Nach einer Stunde kam das Lächeln zurück. Danach kam meine Stunde und ich ging
wie Iris mit gemischten Gefühlen an Bord. Georg erklärte es sehr verständlich
und so erlernte ich die Grundschläge schnell. Nach zwei Stunden Ausbildung auf
der Enz legten wir zur Stärkung eine Pause ein. Hunde bewegen, die Beine
vertreten und anschließend  zurück zur
Einsetzstelle. Georg fragte uns dann wer Bug und Heck paddelt. Mir kam der
Spruch über die Lippen, vor jedem starken Mann paddelt eine noch stärkere Frau
und so wurde es eingeteilt. Iris und ich sitzen schon 36 Jahre in einem Boot
und Georg hat es geschafft, dass wir jetzt auch gemeinsam paddeln. Er lehrte
uns, die Paddelschläge zwischen uns beiden zu koordinieren und es ging flussaufwärts.
Das erste Kehrwasser, die erste Seilfähre und immer wieder das Verbessern der
Grundhaltung im Boot oder des Paddelschlags bis er merkte, dass unsere Konzentration
nachließ, so dass wir gegen 17:30 das Wasser verließen . Nach dem Reinigen und
Lagern der Boote ging es gegen 19:00 Uhr zum Abendessen beim Griechen. Eine
vielfältige Speisekarte , eine sehr gute Küche und ein frisch gezapftes Bier
taten nach den  ungewohnten Anstrengungen
gut. Nach der Rückkehr ins Tipi kam noch eine Stunde über den Ablauf am
Sonntag, noch zwei Schluck von Georgs Flaschengeist und wir hatte die nötige
Bettschwere.                                                                           

 Der Sonntag  begann wieder mit dem Frühstück im Tipi. Einen
Tag zuvor war es bedeckt aber ohne Regen. Doch heute kam beim Frühstück ein richtig
dicker Schauer runter. Georg nutzte die Zeit um die Theorie zu vertiefen: die
Kombination der Grundschläge von uns beiden. Er sprach auch die paddeltechnischen
Fehler vom Vortag von jedem an und wie man sie verbessern könne. Gegen 11:30
setzten wir die Canadier wieder in die Enz ein. Wir begannen mit dem Warmfahren
und konnten die angesprochen Fehler paddeltechnisch noch mal üben. Danach kam
noch mal eine kurze Pause. Nachdem wir wieder unsere
Plätze im Canadier eingenommen hatten und bereit zur Abfahrt waren, kam eine
kurze, ruhige aber bestimmende Ansage von Georg :" Wenn ich laut werde ist
Gefahr in Verzug, dann habt ihr zu paddeln". Vor der ersten Brücke hieß es
dann Einfahren ins erste Kehrwasser. Die Aufgabe war, die Strömung zu erkennen
und hinter dem Brückenpfeiler links ins Kehrwasser einfahren. Nicht ganz
einfach, aber dank unseres großartigen Lehrmeisters gut in die Tat umzusetzen.
Wir standen hinter dem Brückenpfeiler im Kehrwasser und das Wasser rauschte
links und rechts an uns vorbei. Das Ausfahren aus dem Kehrwasser gelang auch
und es machte richtig Spaß. Wir übten auch Seilfähren und so ließen wir auf dem
Bach nach unten nichts aus. Die Zeit verrann und die letzten zwei
Flusskilometer lies Georg das Seminarwochenende ausklingen. Wir paddelten in
aller Ruhe dem Ende entgegen. 


Der Dank geht an Georg und wir freuen uns auf
den Aufbaukurs in 14 Tagen, wieder mit Georg Petz.

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