Wanderfahrt auf der Altmühl 1994

Veröffentlicht: 31. Dezember 1994

Eigentlich sollte es eine Gepäcktour auf der Jagst werden, doch wegen Wassermangels sattelte Georg, der Organisator dieser Tour, kurzfristig auf die Altmühl um. Treffpunkt war ein Zeltplatz in Bubenheim bei Treuchtlingen. Die ersten Paddler reisten schon am Freitag Abend an. Als Georg und Ralf fast gleichzeitig mit mir gegen 22.00 Uhr eintrafen, lagen Stefan und Stefan schon unter Ihren Tarp in Ihre Schlafsäcke eingerollt. Bernhard, leicht genervt von der langen Autofahrt (Stau läßt grüßen!), fand sich kurz nach Mitternacht ein und machte das dritte Viertel der Gruppe komplett.

Am Samstag erwartete uns ein sonniger Morgen. Nach einem guten Frühstück und nachdem Moni und Lothar eingetroffen waren, machten wir uns auf den Weg. Die Autos ließen wir am Zeltplatz stehen. Die Fahrer sollten sie am Ende der Tour mit Zug und Bus abholen. Wir wollten uns kein bestimmtes Ziel setzen und es sollte eine gemütliche Wanderfahrt werden.

Die Tour war geprägt durch viel paddeln, da die Altmühl ein sehr träger Wanderfluß ist. Doch da wir so ziemlich die einzigen Paddler zur dieser Zeit waren, wurden wir mir mit entsprechender Ruhe belohnt. Das Wetter war zudem akzeptabel bis sehr gut und das Altmühltal zeigte sich im seinem bunten herbstlichen Kleid. Der Montag war ein besonders schöner Tag. Wir ließen uns sonnend dahinreiben, verzehrten unsere Kräfte beim "Kanufußball" und fanden sogar an einem Brückenschwall die Möglichkeit Kehrwasserfahren und Seilfähren mit bepackten Booten zu üben.

Zu jeden Tag gehörte die obligatorische Mittagspause, die sogar einmal, nicht gerade "Outdoormäßig", in einer Dorfkneipe abgehalten wurde. Man gönnt sich ja sonst nichts! Gegen Abend wählte man sich einen Zeltplatz (von den Gemeinden zum Campieren freigegebenes Areal mit Feuerstellen, aber ohne sanitären Einrichtungen - jedenfalls zu dieser Jahreszeit), die an der Altmühl in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Wir errichteten unser Lager, es wurde gut gekocht und dann saß man in Georg's Tipi am Ofen zusammen. Ein beliebtes Thema war "Outdoor-Equipment". Besonders Bernhard, als absoluter Neueinsteiger, war immer wieder fasziniert von der Ausrüstung aller übrigen Teilnehmer. Der Spitzenreiter war immer wieder der "Kitchenpack" von Stefan Pfeiffer mit einem Gewicht von 32 kg (zu Beginn der Tour). Stefan, Georg und Ralf nutzen die Ausfahrt nämlich als ersten Test für die geplante Skandinavien-Tour im nächsten Sommer.

Die Ausrüstung in Summe gesehen, bot aber wirklich einen guten Überblick: Gas-, Benzin-, Spirituskocher - Igluzelt, Tarp und Georgs selbstgenähtes Tippi. - Tonnen, Kisten, Kanusäcke und Spezialrucksäcke - Schläfsacke und Unterlegmatten jeglicher Art und dutzende von weiteren Dingen, die das Outdoorleben bequemer machen. Alles getestet und erprobt. So mancher Laden wäre da erblast. Bernhard war jedenfalls total entzückt und sog alle Tips und Ratschläge in sich auf.

Unsere Gepäckfahrt war, trotz einiger Treidelstrecken, eine äußerst gelungende Ausfahrt. Wir hatten alle viel Spaß, konnten neue Erfahrungen sammeln und, was das Wichtigste ist, für kurze Zeit dem Alltag entfliehen. Ich hoffe, daß sich weiterhin GOC'ler die Mühe machen, Ausfahrten zu organisieren und daß sich immer wieder Interessenten finden, die an diesen Ausfahrten teilnehmen.

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