Fränkische Saale 1995

Veröffentlicht: 31. Dezember 1995

Dieses Jahr haben wir zwar einen heißen Sommer, aber trotzdem gibt es
auf den meisten Bächen viel Wasser. So ist zwar nicht die Ausfahrt auf
der Fränkischen Saale, aber dafür so manch anderes ins Wasser gefallen.



Als ich mit meinem diesmaligen Paddelkollegen Tom am Campingplatz
Roßmühle am Freitag Abend eingetroffen bin, war der Rest der Gruppe
schon versammelt. Stefan, der Organisator der Tour, hatte sein Tarp
aufgeschlagen. Stefan II und sein Freund Ralf, der Kajaker, bemühten
sich gerade um einen neuen Kasten Bier. Nicht das die Drei schon einen
Kasten getrunken hätten. Nein! Bei dem Versuch das Bier in einem kleinen
Bächlein zu kühlen, sind Sie von einem warmen sommerlichen Platzregen
überrascht worden. Der hat kurzerhand das Bächlein in einen rauschenden
Sturzbach verwandelt und weg war er, der Kasten Bier.



Da es immmer noch ein wenig regnete, nahmen wir erstmal unter dem Tarp
Platz und nahmen einen Begrüßungstrunk zu uns. Während des Abends
gesellte sich noch Manfred aus Hammelburg dazu. Er wollte am Samstag
einen Teil seines Hausbaches mit uns paddeln. Später wurde Feuer
gemacht, gekocht (wobei ein Paar einen kurzen Abstecher ins Restaurant
bevorzugten) und viel geredet. Im Ganzen ein gelungener Einstieg ins
Paddelwochenende.



Am Samstag machten wir uns nach einem gemeinsamen Frühstück mit frischen
Brötchen auf zur Einsatzstelle. Bei dem heißem Wetter wollten wir keine
langen Strecken zurücklegen und so setzten wir in Elfershausen ein.
Stefan und Manfred mit Sohn fuhren mit in ihren Solo-Holzkanadiern und
wir anderen 4 teilten uns 2 Duokanadier. Die Fränkische Saale hatte
erstaunlich viel Wasse und so wurde es eine gemütliche Ausfahrt mit viel
Spaß am Rande.



Wir machten unseren Mittagsstop in Hammelburg mit Stadtführung durch
Manfred. Beim Cafebesuch zeigte sich, daß Ralf, der sonst Kajaks
bevorzugt, als Minderheit etwas unter unseren abwertenden Sprüchen zu
leiden hatte. Aber er hielt sich tapfer und so erteilten sich spaßig
"Kajakfuzzy" und "Spatenpauli" kleine Hiebe in die Seite.



Am späten Nachmittag erreicheten wir unseren Übernachtungspatz. Eine
schattig gelegene Wiese kurz vor Neumühle. Heute Nacht sollte es zünftig
zugehen - Lagerleben anstatt Kneipe. Manfred gab uns noch ein paar Tips
für die Feuerholzsuche und machte sich mit seinem Kleinen wieder auf
den Heimweg. Feuerholzsuchen holen war also kein Problem. Doch dann kam
das Ausladen: Vordermann springt ans Ufer, nimmt das Holz entgegen und
zieht enthusiastisch das Boot ans Ufer. Leider ist das Ufer steil und an
einer großen Wurzel kommt das Boot ins Rutschen. Kurzerhand dreht
freundlicher Vordermann das Boot herum. Leider sitzt Hintermann noch im
Boot und meldet sich mit einem lauten Platsch. Noch ehe ich meinen
Vordermann bremsen konnte, schwamm ich auch schon in der Saale. Doch das
Wasser war warm und die Erheiterung für die Rest der Gruppe groß. Aber
der Abend war noch lang. Was tun dachte sich Tom und reinigte wegen des
schlechten Gewissen das Boot. Beim Aussteigen rutschte er aus, verlor
das Gleichgewicht und nahm ebenfalls ein Bad. Irgendwie sollte die
Kippstabilität bei Kanadiern doch gesteigert werden. "Wir üben jetzt
CANADIER IM WASSER ENTLEEREN", sagte Stefan und sprang in seinen Zweier.
Tom und Stefan gaben eine gelungende Vorstellung: Entleeren eines
vollgelaufenes Kanadiers mit Hilfe eines zweiten Bootes, Einsteigen ins
Boot über die Spitze und bewegen des Kanadiers ohne Paddel.



Wir hatten einen wunderschönen Abend: Lagerfeuer, Sternenhimmel, viel zu
Essen (u.a. Stefans Bannocks als Mitternachtsschmaus) und Gerede über
Gott und die Welt der Paddler, differenzierter gesagt, über die Welt der
Kanadier und der Kajaker. - An der Stelle sollte ich betonen, daß die
Stimmung äußerst gut war. - Nach Mitternacht legten wir uns zur Ruhe.
Während Tom und ich die konventionelle Art des Zeltens bevorzugten,
wollten die Stefans und Ralf am Lagerfeuer schlafen. "Heute gibt es doch
keine Regen !" Wenig später klopften Tropfen an unser Zelt und draußen
hörten wir hektisches Treiben und einige Flüche. So machte jeder seine
Erfahrungen mit dem kühlen Naß - ausgleichende Gerechtigkeit.



Am Morgen lächelte uns wieder die Sonne ins Gesicht. Langsam kam Leben
in die Gruppe. Frühstück, Sachen vortrocknen, Boot beladen und auf zur
Sonntagsetappe. Gegen Mittag waren wir wieder an der Roßmühle. Tom und
ich trafen auf die zweite Hälfte unserer Familien und alle gemeinsam
nahmen wir ein Abschlußessen im Restaurant an der Roßmühle ein.

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