Wintertreffen an der fränkischen Saale 1996

Veröffentlicht: 31. Dezember 1996

Unser "Wasserläufer" Manfred hatte am 24.02.96 zum obligatorischen
Wintertreffen an die fränkische Saale eingeladen und ca.20 Harteier (
wenn’s Weicheier gibt, gibt’s auch Harteier ) folgten seinem Ruf an die
zugefrorene Saale.



Die ersten kamen schon am frühen Freitagnachmittag, die letzten noch
spät am Abend und pünktlich fing es auch noch an zu schneien. Nachdem
die Zelte aufgebaut, die Wohnmobile eingeheizt waren und das Thermometer
sich bei fast 12° Grad minus eingependelt hatte, wurde ruckzuck das
Lagerfeuer angezündet.



Die Funken flogen in den klaren Nachthimmel, was zu einigen Brandlöchern
in den High Tech-Klamotten führte. Das konnte aber die dick vermummten
Gestalten nicht vom Fachsimpeln abhalten. Immer wieder schallte der Ruf
nach heißem Tee- mit der Bemerkung "beeilt euch es ist der vorletzte
Abend"- wurde zügig beigetrunken.



Beim ersten Hahnenschrei kochte das Kaffeewasser an vielen kleinen
Feuerchen. Mit Eiern und Speck rüstete man sich für die kommenden
Aufgaben. Da die Saale an manchen Stellen bis auf eine Länge von 3 km
zugefroren war, teilte sich die Gruppe. Die einen wollten sich als
Eisbrecher betätigen sowie die Technik der Portage verfeinern. Die
anderen entschlossen sich für eine Schneewanderung zum Steinbruch mit
anschließender Einkehr in einen urigen Gasthof mit Lammspezialitäten.



Die Minus-Temperaturen waren nicht zu spüren. Den Wanderern rasselte
nach steilem Anstieg die Lunge und die Kehlen verlangten nach flüssigem
Brot. Den unverdrossen Paddlern wurde beim eisbrechen und Portagieren
auch nicht kalt.



Nachmittags war alles wieder zurück im Lager und ein leichtes Grummeln
in der Magengegend rief nach raschem Handeln. Das Feuer wurde neu
entfacht, die Grillroste geölt und heißhungrig wartete man darauf, daß
die Steaks nun endlich durch sind.



Nach einem leichten "hoppsala" und einigen Verdauungsschnäpschen sowie
jeder Menge "Tee mit muR" wurde am Lagerfeuer bis in die späten
Abendstunden - oder waren es die frühen Morgenstunden - ausgiebig
gelacht und gefrotzelt.



Nach der kurzen, etwas wärmeren Nacht, stärkten sich die müden Leiber
mit einem ausgiebigen Frühstück und starkem Kaffee. Die Feuer wurden
gelöscht, denn langsam kam Aufbruchs-Stimmung auf, und die ersten traten
ihren Heimweg an.



Auf der Heimfahrt mußte ich immer wieder, mit einem breiten Grinsen im
Gesicht, an die vergangenen Wochenenderlebnisse denken. Es war einfach
toll, und nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Hoffentlich kommen beim
nächsten Wintertreffen noch ein paar Hart-eier mehr, denn weder unseren
Frauen, Kindern noch uns hat es geschadet.



PS.: Und vergeßt mir ja nicht den "muR".

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