Um die C1-Fahrer ins rechte Licht zu rücken

Veröffentlicht: 31. Dezember 2001

An Himmelfahrt wollten wir eigentlich an der Ausfahrt zum Schwarzen Regen teilnehmen. Nachdem wir jedoch Lothars Fotoalbum genauer in Augenschein genommen hatten und darin Bilder vom Vorderrhein entdeckten, änderten wir unseren Zielbach einfach um. Natürlich nicht, ohne uns vorher von Siggi und Lothar das OK dafür abzuholen, dass sie uns überhaupt mitnehmen wollten. Die beiden zeigten sich sehr begeistert, dass an ihrer Ausfahrt endlich mal jemand teilnehmen wollte.

Zitat von Siggi: “So schlimm ist das nicht, im Vorderrhein schwimm`sch höchstens zwei Minuten.

Die ersten beiden Tage paddelten wir den unteren und einfacheren Teil, um uns erst mal an die Fließgeschwindigkeit zu gewöhnen, welche noch einiges über der des Lech liegt. Siggi lotste uns und die beiden Mitpaddler aus Kassel sicher durch den Bach, während wir uns fleißig im Kehrwasserfahren übten.

Leider mussten wir am Freitag Siggi wegen seiner Schulterverletzung am Campingplatz zurücklassen und paddelten dann dasselbe Stück noch mal mit den Kasslern.

Samstags nahmen wir zusätzlich noch Franzi, eine Raftguide im offenen C1 mit und paddelten den oberen Teil. Das war lustig, denn wir sind mit dem Zug hoch zur Einsatzstelle gefahren. Es gibt dort extra ein Abteil mit riesigen Schiebetüren für Kanus. Es scheint dort völlig normal zu sein, dass mitten im Abteil Leute bekleidet mit Neoprenanzug, Schwimmweste und Helm sitzen, und muss unbedingt einmal ausprobiert werden, auch wenn es nicht ganz billig ist. Als wir unseren 2er-Canadier zum Bach schleppten sahen uns die Raftbesatzungen kopfschüttelnd hinterher. Wahrscheinlich waren wir so ziemlich die einzigen, die diesen Fluss in einem solchen riesigen Boot bezwingen wollten. Kurz nach dem Einstieg kommt auch schon das Wehr, eine Stelle, bei der es so nach unten geht, dass man gar nicht sieht, wo man unten wieder rauskommt. Aber Lothar lotste uns sicher durch, wie auch durch den gesamten Rest des Vorderrheins, den er immer in unserer Nähe verbrachte, falls etwas schief gehen sollte. An Surf City haben wir uns seitlich vorbeigemogelt, da wir die Welle dort eher nicht geschafft hätten. Dort haben wir auch eine Pause eingelegt, um Lothar an der Welle spielen zu lassen. Außerdem sollte man sich die Zeit nehmen, um sich die vielen schwimmend herunterkommenden Kajaker ansehen.

Das Schwarze Loch haben wir umtragen, aber alles andere sind wir gepaddelt. Die pausenlose Aufmerk­samkeit, die man dem Bach zuteil werden lassen muß, ist zwar sehr anstrengend aber es macht einen heiden Spaß. Lothar ließ es sich natürlich nicht nehmen, kurz vor dem Ausstieg das Kanu mit Franzi zu tauschen. Was sich sofort rächte, als er bei der letzten Welle im Wasser landete und das auch noch ohne Neo-Hose. Franzi hingegen hielt sich im Atom ganz gut.

Am Sonntag entschlossen wir uns wegen des immer noch heißen Wetters gleich nochmal dazu, das obere Stück zu fahren. Diesmal ohne die aus Kassel, denn sie waren schon heimgefahren, dafür bekamen wir Verstärkung vom SOC, ein C1-Päarchen in Atom und Cascade. Die beiden waren sehr nett und wir hatten viel Spaß, hauptsächlich wieder am Ausstieg, an dem wir von sämtlichen Kajakschülern angeschaut wurden, als wären wir nicht mehr ganz richtig im Kopf, diesen Fluß mit einem derartigen Gefährt zu befahren.

Ähnliche Gedanken hatten wohl auch viele GOC-Mitglieder, die an der Regen-Ausfahrt teilnahmen. Dort war man offensichtlich schon versucht, Wetten abzuschließen, wie oft wir wohl im Bach landen würden. Leider mußten wir alle enttäuschen, wir lagen nicht ein einziges mal im Wasser, im Gegensatz zu Mitgliedern der anderen Ausfahrt.

Abschließend möchten wir Siggi und Lothar für das Vertrauen in unsere Paddelkünste und die aufwendige „Beschattung“ auf dem Bach danken und hoffen, daß wir an der nächsten Vorderrhein-Ausfahrt wieder teilnehmen dürfen.

von Andrea Remmele

Neuen Kommentar hinzufügen