Über Sohlschwellen durchs flache Land ´07

Veröffentlicht: 29. Mai 2007

Auch ein Flachlandfluss hat Einiges zu bieten, was eine Kanutour auf der Lippe unter Beweis stellt.



So treffen wir uns an einem Wochenende im April auf dem idyllischen
Platz des Kanuvereins Mantinghausen und lassen nach den nötigen
Aufbaubauarbeiten den Abend am wärmenden Lagerfeuer ausklingen –
wohltuend, denn es wird kalt. Wie kalt, zeigt sich am Samstagmorgen.
Raureif färbt die Umgebung in ein zartes Weiß, aber die vorhergesagte
"Renate" vertreibt bald die Kälte, so dass wir bei einer angenehmen
Temperatur unsere Kanutour in Paderborn/Sande starten können.



Bereits wenige Meter hinter der Einsetzstelle bahnt sich der kleine
Fluss seinen Weg über die erste Sohlschwelle, die schwungvoll herunter
gefahren wird. Bis Boke folgen weitere Schwellen, die allen - aber
insbesondere den Tandemfahrern – ein spritziges Vergnügen bereiten.
Dazwischen windet sich die Lippe zügig durch die flache Landschaft.
Wiesen, Büsche und Bäume, die ihre Äste dem Wasser entgegen strecken,
begleiten ihren Lauf. Kurz vor Boke läd uns eine schöne Wiese zum Rasten
ein, und auch die Sonne trägt zum Wohlbefinden bei.



Derart gestärkt können die letzten Sohlschwellen in Angriff genommen
werden. An einer davon sorgt eine "Foto-Session" für die Dokumentation,
und jeder gibt sein Bestes bei der "Bezwingung". Der Schwall eines
befahrbaren Wehres bringt das letzte Mal auf dieser Tagesetappe noch
einmal ordentlich Tempo in die Fahrt, bevor wir ein paar Kurven weiter
am KV Mantinghausen anlegen. Das ist z. B. nicht jedem gestattet, worauf
ein Schild am Ausstieg hinweist: "Gäste und DKV-Mitglieder sind
willkommen. Kommerzielle und Sauftouren fahren bis zum nächsten Ausstieg
weiter."



Am Abend knistert und knackt erneut das Holz im Feuer, das dieses Mal auch der Zubereitung einer Kessel-Gemüsesuppe dient.



Obwohl der Flusslauf ab Mantinghausen ruhiger wird, hat er noch
bewegende Momente, denn auf seinen Weg bis Lippstadt zwängt er sich noch
durch einige Wehre - alle gut fahrbar und mit schönen Kehrwassern. Wie
gut das geht, können wir bei einer kurz vor uns gestarteten Gruppe
Kajak-Kids beobachten, die hintereinander - aufgereiht wie eine
Perlenkette - den Schwall des ersten Wehres hinunterfahren und im
Kehrwasser aufeinander warten.



Kurz vor Esbeck wird es Zeit für eine kleine Pause, denn der "kleine
Hunger" will befriedigt werden. Aber allzu notwendig scheint das doch
nicht zu sein, denn manch Einer bzw. Eine entscheidet sich zunächst für
eine Bein-Schlammpackung nach dem Anlanden.



Das Esbecker Wehr wartet mit einer Bootsgasse auf. Danach haben wir bis
Lippstadt viel Platz auf dem Wasser, denn das Flussbett wird zusehends
breiter, bis es in Lippstadt von einem unfahrbaren Wehr versperrt wird.
Aber auch hier ist an Paddler gedacht worden, denn die kurz zuvor rechts
abzweigende "Nördliche Umflut" ermöglicht uns eine freie Fahrt durch
die Stadt. Die letzte Bootsgasse wird bezwungen und vorsichtig
manövrieren wir uns durch diesen flachen Wasserkanal, der uns nochmals
einen "Minischwall" beschert, bevor er wieder in die Lippe mündet, wo
unsere Kanutour endet. Jetzt bleibt nur noch eins: Boote auf die Autos,
Rückfahrt nach Mantinghausen, Lagerabbau und leider schon wieder die
Heimfahrt antreten.

von Sylvia Koch

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