Wintertour 2007

Veröffentlicht: 13. Februar 2008

GOC-Wintertour 2007,

irgendwann im letzten Herbst habe ich beim sonntäglichen Frühstück wohl mal erwähnt, das ich auch gerne einmal mit auf die GOC-Wintertour ziehen würde. An ein bestimmtes Jahr, habe ich dabei eigentlich noch nicht gedacht. Das Thema zelten und Kanu im Winter, war aber schon seit dem Frühjahr immer mal wieder bei uns im Gespräch. Über ein Wintercamp haben wir öfters nachgedacht. Silvester mit Freunden im Tipi verbringen, das hätte schon was. Die Idee dazu wurde an Ostern in Belgien geboren. Frank, mein Paddelpartner und Cordula, seine Frau waren damals auch mit dabei. Wie auch immer, letztlich waren es wohl zwei Frauen die entschieden ihre Männer nach Weihnachten aus dem Haus zu schicken und so war irgendwann im Herbst klar, ich gehe zusammen mit Frank zur Wintertour.
Die Anmeldung bei Georg war schnell erledigt, doch damit gingen die Vorbereitungen erst los.
Stöbert man in Ralfs alten Berichten vom Ognon, ist dort von Temperaturen von -20°C zu lesen, von Bootsleinen steif wie Drahtseil und von im Boden festgefrorenen Heringen.
Meine bisherige Erfahrung beschränkte sich auf ein paar Nächte mit etwas Raureif in denn Wiesen. Mit Tipi und Ofen ist aber der Grundstein für eine gute Ausrüstung gelegt. Beim Thema Schlafsack wurde es dann wieder spannend. Die Anschaffung eines Winterschlafsacks, würde das Budget jedenfalls arg strapazieren. Idealerweise hatten wir im Schwarzwald anfang Dezember bereits einige kalte Nächte. So kam ich beim Selbstversuch im Garten, zu dem Schluss das zwei Schlafsäcken im 3-Jahreszeiten-Bereich kombiniert, eine Winterkuscheltüte durchaus ersetzen können. Die Tipps an der Stelle lauten wohl Mütze und Woll-Unterwäsche. Neben der üblichen Outdoor-Kleidung haben sich dann auf der Tour die "Mukluk -Winterstiefel" und Handschuhe mit Gore-Tex-Membrane, die ich sonst zum Motorradfahren nutze, sehr gut bewährt. Ansonsten ging es mir, wie den meisten der anderen Teilnehmern auch, ich habe eher zu viel an Reservekleidung eingepackt, da werde ich das nächste mal noch abspecken. Gut bewährt hat sich eine recht klare Arbeitsteilung, schon bei der Vorbereitung. Ich habe mich um Zelt, Ofen, und alles was sonst noch so mit Wohnen zu tun hat gekümmert. Frank's Part betraf das Essen und Kochen, gepaddelt sind wir dann mit seinem Boot.
So war dann auch schnell Weihnachten. Am 26 hat mich Frank morgens in Vöhrenbach abgeholt und wir machten uns auf den Weg nach Frankreich, zum Ognon.
Zwei Wochen zuvor hatten wir Winterwetter wie aus dem Bilderbuch mit Schnee, sonnigen Tagen und klaren, frostigen Nächten. Zum Start der Tour kam dann der Wetterumschwung. So sind wir noch bei Sonnenschein gestartet, am Grenzübergang hat es dann geregnet, weiter in Frankreich geschneit. Kurz nach Mittag sind wir in Villersexell eingetroffen. Georg und Ralf waren schon vor uns da, Arnulf hatten wir bereits auf dem Weg getroffen. Kurz nach uns sind dann auch Martin und Carsten angekommen. So ging es an das Beladen der Boote. Carsten und Martin hatten zu Hause schon einmal zur Probe gepackt und auch gewogen 150Kg ohne Trinkwasser. Für Frank und mich war es quasi Premiere, wir haben aber auch alles untergebracht. Für Georg und Ralph als eingespieltes Team ist das alles schon Routine. Kurze Zeit später kam dann noch Ewout aus Holland dazu, so waren wir komplett. Es wurden noch die Autos umgestellt nach Montbozon, ca. 35KM Flussabwärts und dann ging es los. Wir stellten dabei schnell fest dass sich die schwer beladenen Boote doch nicht ganz so leger Manövrieren lassen als sonst. Angesichts des kalten Wassers und den doch recht frischen Außentemperaturen gingen Frank und ich doch mit etwas Respekt an die Sache ran. Nach wenigen Metern kam dann auch schon das erste Wehr mit einer Bootsgase von der man aus unserer Warte, aber nichts erkennen konnte. Georg und Ralf fuhren nach kurzer Absprache voraus, der Rest folgte hinterher. Da wir aber immer noch nicht gesehen hatten was uns da eigentlich erwartet haben wir die Stelle erst nochmals vom Ufer aus besichtigt. Von dort war klar zu sehen wo es lang geht, alles Weitere war somit kein Problem. Hinter dem Wehr war dann auch schon Schluss für heute. Ausladen, Zeltaufbau, Holz beschaffen das braucht doch alles Zeit. Arnulf und Ewout die beiden Solofahrer fanden bei Frank und mir bzw. bei Georg und Ralph ihren Platz im Zelt. Drei Mann pro Tipi, das passte ganz gut. So saßen wir dann bald gemütlich im Zelt zusammen. Den ersten Abend haben wir zu dritt verbracht, aus den anderen Zelten war schon bald nichts mehr zu hören. So haben wir die Reste unseres familiären Weihnachts-Sauerbratens noch schnell verputzt, bevor wir zu der eigentlich eingeplanten Ration mit Fleischkäs übergingen. Essen wärmt ja bekanntlich innerlich....
Eines hat mich aber dann den ganzen Abend über irritiert, aus den Fälzen der Ofenrohre drang immer wieder Rauch und irgendwie zog der Ofen auch nicht so wie sonst. Normal ist das Zelt auch nicht so Verraucht ? Am nächsten morgen beim Durchputzen der Rohre kam dann Licht in die Sache. Ich hatte zuhause die Ofenrohre mit Holzstücken gefüllt. Drei der Hölzer haben sich so Verkeilt das sie beim Zusammenbau der Rohre nicht herausgefallen sind. Das nächste Mal will ich das mit Forellen probieren!
Nach dem Frühstück wurde dann flugs wieder alles abgebaut, verpackt und in den Booten verstaut. Die erste richtige Etappe konnte beginnen. Nach wenigen Kilometern stoppte ein Wehr, bei einem verlassenen Freizeitpark die Fahrt. Die Wehrkrone lag bei dem geringen Wasserstand völlig im Trockenen. Die Boote konnten wir aber durch eine kleine Rinne lassen, mehr tragend und hebend als schwimmend. Darauf folgte eine abwechslungsreiche Strecke, mit mehren kleineren und größeren Schwällen, alle problemlos fahrbar, teils nach vorheriger Besichtigung. Dazwischen immer wieder ruhige Abschnitte mit vielen „kleinen“ Eindrücken, ein vereister Strauch, ein Farbtupfer in der Landschaft. Immer wieder imposant, Schwäne beim Start auf dem Wasser. So kamen wir recht zügig vorwärts bis wir so gegen 15 Uhr an einem Wehr ankamen das uns keinen Durchlass bot.
Damit stellte sich die Frage: geruhsam hier nächtigen und morgen das Wehr umgehen oder die sportliche Variante wählen, das Wehr umtragen und weiter flußabwärts Campieren. Wir entschieden uns für die sportliche Version. So wurde es dann auch schon fast leicht dämmrig, bis wir einen passablen Zeltplatz fanden. Der Lageraufbau ging heute schon wesentlich flotter, nachdem das Zelt grob stand machte ich mich an den Innenausbau mit Ofen, Frank vollendete den Zeltaufbau und Arnulf kümmerte sich um Brennholz. In den anderen Zelten gab es wohl ähnliche Arbeitsteilung. So konnten wir dann doch noch eine Suppe im freien genießen, bevor es dunkel wurde. Im Zelt haben wir später weiter geköchelt, Gulasch mit Semmelknödel stand auf dem Speiseplan
Nach dem Essen hat dann die ganze Gruppe zusammen den Abend zu Gast bei Georg und Ralf verbracht.
Der nächste morgen, fast schon Routine. Kurz nach 10 Uhr waren wir wieder auf dem Bach. Dieser führte uns weiter durch eine winterlich, stille Landschaft. Ein Wehr wurde treidelnd passiert, ein weiteres mussten wir umtragen. Gerade recht zur Mittagszeit. Ein kurzes Stück unterhalb des Wehres war es dann soweit, der Bach war zugefroren. Georg und Ralph sind wie so oft voran und haben den Eisbrecher gemacht. Mit der ca. 4 cm starken Eisschicht hatten die beiden ganz schön zu kämpfen. Viel dicker hätte das Eis nicht sein dürfen. Später sorgte dann ein altes Mühlenwehr nochmals für Spannung. Georg fuhr als erster, ohne seinen Bugpaddler Ralph, um das Boot vorne etwas zu erleichtern. So kam er dann ganz gut durch. Carsten und Martin fuhren als Tandem und schöpften anschließend ordentlich Wasser. Frank fuhr unser Boot daraufhin auch Solo durch die Wellen, was ihm perfekt gelang. Zwischendurch fuhren die beiden Solisten, für Sie stellte sich die Frage ja nicht,wer zurückgelassen werden soll.
Nach kurzer Fahrt haben wir dann Montbozon erreicht. Ein kurzes Stück vor dem Ort haben wir ein ruhiges Plätzchen für unsere Zelte gefunden. Es war noch recht früh am Tag so blieb noch Zeit für einen kleinen Imbiss im Freien. Nun waren wir am Nachmittag des dritten Tages schon am zunächst anvisierten Endpunkt der Tour angelangt. So machten sich die Fahrer auf die Autos nochmals ein Stück weiter flussabwärts zu postieren. Dies war zudem eine gute Gelegenheit überflüssiges Gepäck im Auto zu deponieren. Den Rest des Abends haben wir dann zu dritt, wie sollte es auch anderst sein, mit einem leckeren Menü verbracht. Paddeln macht eben hungrig !
Der nächste morgen erfreute uns mit viel Sonnenschein. Zusammen mit den morgendlichen Nebelschwaden über dem Bach, sorgte die Sonne für eine tolle Stimmung und ein paar schöne Fotos. So ging es dann weiter in einen Morgen mit Bilderbuchwetter hinein. Den kurzen Stopp am Wehr in Montbozon nutzte ich für einen schnellen Abstecher in die örtliche Pastiserie, um uns mit frischen Crossionts zu versorgen. Diese haben wir dann auch gleich an Ort und Stelle genossen. Gegen mittag kam es dann wie es kommen musste. Die Schönheit hat uns betrogen und der Himmel verfinsterte sich mehr und mehr. Die letzten Sonnenstrahlen nutzten wir noch für eine kurze Mittagsrast. Die Paddelei im Regen waren wir dann auch bald leid. Beim Anblick einer schönen Kiesbank haben wir dann auch nicht lange gefackelt und unser Lager dort aufgeschlagen. Mit dem reichlich mitgeschlepptem Holz haben wir dann die Zelte ordentlich geheizt. In der wohligen Wärme wurden dann zuerst Martin und Carsten, später dann auch Frank und ich zu einem Bad im Fluss inspiriert,…. Schön danach mit wohligem Kriebbeln auf der Haut am Ofen zu sitzen.
Der nächste morgen brachte dann trübes, aber trockenes Wetter. Martin und Carsten waren wohl mal wieder in aller Herrgotts's -Frühe aufgestanden, hatten Bannock gebacken und waren wieder einmal als erste fertig. Bei uns lief an diesem morgen alles etwas gemächlicher ab. Um den Fahrplan einzuhalten, beeilten Wir uns aber doch noch mächtig. Nur das Teewasser war einfach nicht zum kochen zu bringen. Alles andere war bereits abgebaut, nur der Ofen stand noch im Kies und produzierte viel mehr Rauch als Hitze. Schließlich war es dann aber doch soweit, auf zur letzten Etappe.
Es erwartete uns nochmals ein abwechslungsreicher Flusssabschnitt mit kleineren Schwällen, engen Durchfahrten und netten Ausblicken auf alte Schlösser und Gemäuer.
An frühen Nachmittag erreichten wir dann Chery, den Endpunkt unserer Fahrt.
Auf einer aufgewichten Kuhweide haben wir dann die Zelte zum letzten Mal aufgeschlagen.
Den letzten Abend haben wir natürlich nochmals alle zusammen verbracht. Dieses mal in unserem Zelt. Warum ? Wir waren mit einem Zeltboden von Wolfgang Helfrich ausgerüstet und konnten damit den einzigen halbwegs sauberen Platz für 8 Leute auf der ganzen Weide bieten.

Ich denke die Tour hat uns allen viel Spaß gemacht und jeder hat sicher auch die einen oder anderer
Erfahrung dabei gewonnen. Danke an dieser Stelle an Georg und Ralph, die als Initiatoren und Organisatoren uns die Tour quasi "Schlüsselfertig" zurecht gezimmert haben.
Denn Ognon haben wir als recht abwechslungsreichen Wanderbach erlebt. Der Wasserstand war wohl recht niedrig, Pegel Chassey les Montbozon 29/30.12.07, 60cm ~ 6-10m³/s. Im Jahresmittel beträgt der Durchfluss in etwa das doppelte. Die Gegend und die Dörfer rechts und links vom Bach wirkten recht Verschlafen. Wir haben außer 2-3 Anglern auch kaum eine Menschenseele gesehen.
Dadurch waren wir sehr schnell, ganz in unsere eigene Welt eingetaucht und hatten ein paar sehr schöne Tage zusammen. So ist nicht ganz ausgeschlossen, dass ich auf der Wintertour 08 wieder dabei sein will. Na ja, bis dahin ist noch viel Zeit,….

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