Zweier-Canadier Grundkurs ´08

Veröffentlicht: 07. August 2008

Wir, Ruth und Joachim, fahren seit acht Jahren zusammen im Zweier-Canadier, ausschließlich auf Fliessgewässern. Unsere Paddelkenntnisse haben wir uns im Selbstlernprozess angeeignet. Während dieser Zeit stellten wir vielfach fest, dass wir in Abhängigkeit von Wasserstand und Strömung zeitweise recht schnell an unsere Grenzen stoßen. Da wir aber wussten, dass es auch besser geht, haben wir uns entschlossen, einen Zweier-Canadier Grundkurs bei Georg Petz (GOC) zu ab­solvie­ren.

Am Samstag, 26.07.2008 setzten wir uns früh morgens in Bewegung und kamen nach dreistündiger Autofahrt um halb zehn in Enzweihingen im „Kanucamp“ am Sportplatz an. Georg und Lutz, ein weiterer Kursteilnehmer, waren schon freitags angereist. Die Wetterbedingungen waren nahezu ideal, allerdings wurden einige heftige Gewitter gemeldet. Na ja, mal sehen, die müssen ja nicht unbedingt bei uns niederschlagen.

Nach netter Begrüßung, einschließlich Kaffee und mitgebrachtem Imbiss – wir waren ja schließlich schon Stunden unterwegs – ging’s los. Georg erklärte uns die Ausrüstung rund um den Canadier. Schwimmwesten, Paddel, Wurfsack, Knieschoner, Canadierbauformen (Bodenform, Kielsprung,...), Knoten, alles wurde ausführlich erläutert.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss ging’s dann um 14 Uhr auf die Enz. An einem ruhigeren Flussabschnitt wurden die grundlegenden Paddelschläge – Grund­schlag vorwärts, Grundschlag rückwärts, Ziehschlag und Hebel – erklärt und ge­übt.

Da wir beide, wie bereits erwähnt, seit acht Jahren zusammen paddeln, aber noch nie einen Kurs belegt hatten, hatten wir natürlich vieles anders gemacht. Mit den für uns teilweise neuen Schlägen kamen wir aber sehr gut zurecht.

Das Wetter wurde mittlerweile in der näheren Umgebung immer gewittriger, es blieb bei uns aber trocken. Somit fuhren wir mit Auto und Canadiern zu einer Einsatzstelle flussaufwärts, um das neu Gelernte in leicht strömendem Gewässer anzuwenden. Darüber hinaus übten wir auch die Seilfähre vorwärts. An unserem Zeltplatz angekommen, waren wir müde und zufrieden mit unserem ersten Kurstag.

Wir erwarteten nun jedoch ein kleines Problem, da das „Standardrestaurant“ des Kursbetriebs am Sportplatz wegen Betriebsferien geschlossen hatte. Georg be­kam jedoch auf Anfrage per Telefon einen Geheimtipp in Enzweihingen: ein Aussiedlerhof, der in der Sommersaison für kurze Zeit ein Restaurant mit Bier­garten betreibt. Na prima! Nachdem wir Georgs Auto von der Einsatzstelle zu­rück geholt hatten, verbrachten wir den Rest des Abends in gemütlicher Atmo­sphäre bei Speis, Trank und jeder Menge Erzählungen aus dem Paddler- und sonstigen Leben aller Beteiligten.

Nach einem Absacker in Georgs Zelt sind wir zufrieden eingeschlafen. Immer noch kein Gewitter!

Auch der zweite Kurstag begann mit schönem Wetter bei leicht bedecktem Himmel. Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir mit Auto und Canadiern zur gestrigen Einsatzstelle, um einen größeren Flussabschnitt zu paddeln, mit einem Picknick zur Halbzeit an unserem Campingplatz am Sportplatz. Nachdem wir ein Auto flussabwärts an der Aussatzstelle geparkt hatten, ging’s los. Zu Be­ginn wurden die Grundlagen des Vortages wiederholt, bevor die ersten Manöver um Hindernisse und im Kehrwasser geübt wurden. Einfahren in das Kehrwasser, Ausfahren aus dem Kehrwasser und Seilfähre vorwärts standen auf dem Tages­programm. Hierbei gab Georg stets jeweils spezifisch für Vorder- und Hinter­mann/-frau gezielte Hinweise für effektives Paddeln. Unterbrochen durch die bereits erwähnte Mittags-Picknick-Pause an unserem Campingplatz dauerte der zweite Kurstag bis 16 Uhr.

Unterwegs war es mittlerweile gewittriger geworden, am Himmel rumorte es ganz leicht. Dann fielen die ersten Regentropfen. Aber nur drei. Die waren schneller verdampft, als sie gefallen waren.

Müde, aber zufrieden mit dem Zweier-Canadier Grundkurs verabschiedeten wir uns gegen 16:30 Uhr und traten die Heimreise an. Nach einigen kleineren Verkehrsstockungen näherten wir uns zügig der Heimat. Unterwegs ging’s richtig los! Unwetterartiger Regen, teilweise mit Hagel, der bis tief in die Nacht anhielt.

Wir hatten also Glück! In zweifacher Hinsicht. Zum einen konnten wir den zweitägigen Kurs noch vollkommen trocken absolvieren. Zum anderen schwoll unser Hausbach derart an, dass wir am folgenden Tag nach der Arbeit bei nahezu idealem Wasserstand trotz Müdigkeit die geübten Manöver trainieren konnten, auch, um unseren gewaltigen Muskelkater zu kurieren. Die kurze Tour zum Nachbarort – ca. 5 km - hat uns dann auch gereicht, weil wir auch hier wieder kein Kehrwasser ausgelassen haben. Die Seilfähre vorwärts können wir mittler­weile fast ebenso gut wie die Enten. Deshalb haben wir übermütigerweise auch noch die Seilfähre rückwärts probiert, hat aber natürlich nicht geklappt. Schließ­lich war die Seilfähre rückwärts ja gar nicht Gegenstand unseres Grundlagenkur­ses. Ansonsten waren wir mit unserer Leistung zufrieden. Die beiden S-Kurven unseres Hausbachs haben wir auch bravourös gemeistert.

Wir sind begeistert, was wir in den beiden Tagen alles gelernt haben und planen schon den nächsten Kurs. Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Kurs, nicht zuletzt wegen des Kaffees und der sehr individuellen Schulung.

Autor

Neuen Kommentar hinzufügen