Aufbaukurs 2er Canadier ´09

Veröffentlicht: 21. Mai 2009

Das ist immer so eine Sache mit den eigenen Vorsätzen. Nicht, dass ich hier den allge­mein guten Ansatz solcher Ideale in Frage stellen möchte, manchmal hat es sich aber durchaus als praktikabel erwiesen die Realität erst einmal langsam kommen zu lassen. Diese Weisheit haben wir auf dem Aufbaukurs bei Georg am 18. - 19.04. erfahren dür­fen. Der vorkursliche Vorsatz hieß: „Ich fahre kein Wildwasser!“ Naja, zugegeben: Ich war Wiederholer und hatte schon das Spiel mit dem Kehr­wasser ausprobiert und war somit meinem Schatz gegen­über klar im Vorteil und ohne Vorsatz. Die ersten Paddel­schläge am verregneten Samstag waren aber auch auf meinem Rückbänkchen recht wackelig, immerhin war dies unsere erste Begegnung auf dem Wasser nach dem Gebrauchtkauf. Solange man in Bewegung blieb, machte uns der Regen weniger aus, um nicht zu schreiben, die Stim­mung war etwas durchnäßt, aber sobald man im Kehrwasser auf den nächsten Einsatz wartete, konnte es schon ziemlich kalt werden.
Gegen Nachmittag gaben die Wolken endlich auf. Ich glaube, mehr Wasser hatten die einfach nicht dabei, und hier und da konnte man erahnen, dass es die Sonne wohl doch noch gibt. Erstaunlich, dass Georg es trotz dieser Umstände geschafft hat, uns bei Laune zu halten und die Basics aus dem Einsteigerkurs wieder ans Licht zu brin­gen. Am Ende des Tages waren wir alle soweit mit den Manövern:
„Hinten rum, Übergreifen, führen, DU SOLLST FÜH­REN, ja was macht der denn da???
F Ü H R E N!!!, ja, jetzte, so isses gut, jetzt Grund­schlag, schön“
unsere Dampfer sicher aus und wieder ins Kehrwasser zu bringen. Wenn man der Therorie und den Anwei­sungen von Georg vertraut, dann ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem man anfängt das Wasser für sich arbeiten zu lassen, ich nenne so etwas Ligawechsel.
Wer schon mal mit Georg an der Enz war, weiß dass man Abends beim ansässigen Griechen die verbrannten Kohlenhydrate wieder auffüllt. Das beste war: Trocken und warm!
Der Sonntag brachte dann das Schlüsselerlebnis: Um mal ein Gefühl für Kniegurte zu bekommen kletterte Gisela bei Georg vorne ins Kanu, leg­te sich die Bänder um die Beine und warf alle ihre Vorsätze über Bord, die seitdem Richtung Neckar treiben..... Seilfähre durch den Schwall, im Kehrwasser Richtung Walze, surfen, hohe Stütze, Abschwenken in die Strömung, wieder ins Kehrwasser, Übergreifen, Kanten- einfach nur fas­zinierend. Die Dame saß erst zum dritten mal im Kanu- so etwas nennt man wohl talentiert. Naja, und dann ist es eben auch passiert, dass man (oder Frau) sich mit dem Bazillus angesteckt hat, der uns dann nächstes Jahr in den Wildwasserkurs treiben wird. Ich freue mich drauf!

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