Polingtreffen 2010

Veröffentlicht: 16. November 2010

Gemeinsam mit dem SOC fand 2010 wieder ein Polingtreffen statt. Eigentlich wäre es ja beinahe ausgefallen nachdem die meisten Angemeldeten sich angesichts des trüben Nieselregens rechtzeitig wieder abgemeldet hatten. Zwei Teilnehmer (Theo und Jürg aus der Schweiz) ließen sich jedoch nicht vom Wetter schrecken und trafen bereits Freitagabend ein. Weitere zwei „Poling-passive“ Teilnehmer von den Tübinger Paddelfreunden (Rolf und Anton) komplettierten die kleine Runde und gemeinsam stiefelten wir am Abend in die Tübinger Altstadt, deren Sehenswürdigkeiten Rolf routiniert erläuterte. In einem gepflegten Lokal nahmen wir schließlich ein schmackhaftes Abendessen zu uns.

In der Nacht ließ der Regen zunächst nach um später umso vehementer wieder einzusetzen. Die Nacht war unruhig. Ich hatte den Fehler gemacht den Prospector direkt neben dem Zelt abzulegen und selten (aber häufig genug) fiel eine Kastanie aus der Baumkrone darüber auf den steifen Laminatrumpf und weckte mich mit dem daraus resultierenden Böllerschlag-ähnlichen Geräusch immer wieder. Ich war dennoch zu träg hinaus in den Regen zu gehen um das Boot einfach woanders hin zu zerren.

Am anderen Morgen regnete es konstant. Rolf und Anton waren so nett sich ins Auto zu schwingen und Brötchen zu holen und wir frühstückten erst einmal gepflegt unter dem Dach des Bootshauses.
So richtig enthusiastisch waren wir nicht aber nach dem Frühstück so gegen 10:00 Uhr gingen wir zu dritt (Jürg, Theo und ich) doch aufs Wasser. Jürg füllte zwei Tonnen mit Ballastwasser und wir arbeiteten und paddelnd und stakend flussauf.

Beide, Jürg und Theo, versicherten glaubhaft, dass sie seit dem letzten Mal (das Treffen von 2007) nicht mehr gestakt seien. Dafür konnten sie es jedoch noch ziemlich gut.
Vor dem ersten Wehr beschäftigten wir uns eine ganze Weile mit der kleinen Schwelle dort. Immer wieder arbeiteten wir uns über sie hinauf, wendeten unter dem Wehr, wechselten die Position im Boot und stakten wieder bergab

Schließlich übertrugen wir das Wehr (d.h. ich übertrug. Jürg und Theo wateten mannhaft im knie- bis oberschenkeltiefen Wasser und zogen ihre Boote hinauf). Dann paddelten und stakten wir weiter zum nächsten Wehr und überwanden dort eine kleine Stromzunge, die andere Schwierigkeiten aufweist als die kleine Schwelle am Wehr weiter unten.

Auch dort hielten wir uns geraume Zeit auf, probierten allerhand aus. Immer wieder wurde die kleine Stromzunge bewältigt um sich anschließend über sie zurücktreiben zu lassen oder sie mittels „Stubbing“ abwärts stakend und dahinter ins Kehrwasser einschwingend zu bewältigen.

Schließlich machten wir uns wieder auf den Rückweg und Theo sauste das untere Wehr hinab, was Jürg und ich uns in unseren Laminatbooten nicht trauten.

Am Bootshaus gab es eine verspätete Mittagspause und danach mussten wir uns entscheiden ob wir uns erneut in unsere nassen Klamotten zwängen und die gleiche Prozedur wie am langen Vormittag wiederholen wollten oder ob wir gepflegt in der Stadt einen Kaffee trinken wollten. Wir entschieden uns nach etwas Hin- und Her für letzteres.

Diesmal besuchten wir - nach einem kleinen Schlenker durch die Abschnitte der Altstadt, die wir gestern noch nicht gesehen hatten - die Gasthausbrauerei am Neckar, an der wir einen Fensterplatze erstritten und statt des Kaffees den Brauerzeugnissen zusprachen (zumindest die von uns, die so was trinken). Vom Fenster aus sahen wir den Tübinger Stocherkahnleuten zu, die heute im strömenden Regen Neckargroßputz betrieben und allerhand kuriose Gegenstände aus dem Flussgrund auf ihre Kähne geladen hatten.

Dann schlenderten auch wir - im strömenden Regen - zurück zum Bootshaus, wo wir uns voneinander verabschiedeten.

Das nächste Polingtreffen findet am 18./19. September 2011 statt – bei hoffentlich schönem Wetter und angemessen niedrigem Pegel werden wir auf den gleichen Flussabschnitten Poling betreiben, die Neckarnahen Biergärten besuchen und eine Stocherkahnfahrt machen (Voraussetzung: jede und jeder versucht sich mal mit der langen Stocherstange).

Neuen Kommentar hinzufügen