Ein Hauch von Frühling auf der Nethe und der Weser ´11

Veröffentlicht: 24. März 2011

Die Nethe per Canadier zu erkunden,
haben wir uns in Corvey eingefunden.
Geborgen innerhalb der Klostermauer
logieren wir für eine Wochenend-Dauer
am und im Weser Aktivhotel Corvey.
In der Nähe fließt die Weser vorbei.

Das einstige Kloster und jetzige Schloss liegt abgeschirmt
vom normalen Straßenverkehr entfernt.
Im Schatten der zwei Kirchtürme, die sich über dem Areal erheben,
ruht schon seit vielen Jahrzehnten Hoffmann von Fallersleben,
der Ende des 19.Jh. als Bibliothekar
im Schloss Corvey tätig war.

Ab und zu rattert die Regionalbahn vorbei,
abends kehrt aber Stille ein.
Der Vollmond späht irgendwann
mal über den Wolkenrand.
Lange währt sein Blick zwischen den Wolken allerdings nicht,
er überlässt uns der Dunkelheit, etwas erhellt vom Lagerfeuerlicht.

Am Samstag ist es bei herrlichem Wetter soweit,
die Boote liegen startklar an der Nethe bereit.
Wir setzen ein an der Brücke nahe Brakel,
kurz darauf gibt es schon das erste Spektakel.

Munter geht’s auf dem sprudelnden Flüßchen los,
aber was macht das Tandem-Duo bloß?
Die sitzen fest, und wer ist schuld d’ran?
Natürlich die im Wege liegende Kiesbank!

Wieder in der richtigen Spur geht es flott weiter.
Die Nethe fließt in ihrem schmalen Bett heiter
kleine Schwälle hinunter und manch eine Kiesbank hinweg,
die manchmal nur eine Handbreit Wasser bedeckt.

Wir paddeln durch enge Kurven, an Wiesen und Feldern vorbei,
dreimal teilt ein Wehr den einen Flussarm in zwei.
Umtragen ist jedes Mal angesagt,
denn Wassermangel bereits die Nethe plagt.

Als ein Busch seine Zweige vorwitzig rausstreckt,
sind diese Ursache für einen ökologischen Wassertest.
Selbstverständlich reicht für solche Sachen
ein Boot, das müssen nicht alle machen.
Ein Test reicht aber anscheinend doch nicht ganz aus,
das gleiche Boot nimmt sich später nochmals eine Wässerung heraus.

Bildet ein Baum von Ufer zu Ufer einen Bogen,
hat jeder präventiv den Kopf eingezogen.
Mit Bravour meistern auch alle Mann
den einen und anderen querliegenden Stamm.

Hinter dem 2. Wehr müssen wir eine kurze Treidelstrecke einlegen,
des wenigen Inhalts der Nethe wegen.
Vor dem 3. Wehr verliert das Flüßchen seine Munterkeit,
es wird zäh, und eine gefühlte Ewigkeit
quälen wir uns durch den breiten Rückstau,
nehmen aber dahinter wieder Fahrt auf.

Über kleine Schwälle strömt die Nethe nochmals behende
bis Amelunxen, hier geht unsere Tour heute zu Ende.
Abends machen wir uns an der Weser entlang auf den Weg
nach Höxter zum „China-Palast“ mit seinem leckeren Büffet.

In Beverungen setzen wir am Sonntag in die Weser ein
und paddeln entspannt Richtung Corvey im Sonnenschein.

Natürlich sind dabei auch notwendige Pausen vorprogrammiert.
So haben wir uns im „Eulenkrug“ um einen Tisch gruppiert,
auf der Terrasse über dem Fluss,
darauf ein herrlicher Blick, ein wahrer Genuss.

„Hallo Nethe, sei gegrüßt!“
Denk ich, als sie in die Weser fließt.
Ein paar Meter paddeln wir hinein,
am Ufer laden Bänke zum Fußhochlegen ein.
Uns treibt keiner, wir haben keine Hast
und genießen eine letzte Rast.

Erholt paddeln wir weiter, an Boffzen und Höxter vorbei,
und sind wenig später wieder am Schloss Corvey.

von Sylvia Koch

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