Osterausfahrt 2011

Veröffentlicht: 12. September 2011

Ostereiersuchfahrt 2011
Letzthin hab ich mit einer Bekannten gesprochen. „Kinderhotel, Du, kann ich nur empfehlen. Kinderbetreuung, All inclusive … Okay, ist zwar etwas teurer aber man kommt völlig entspannt wieder nach Hause.
„Na ja,“ hab ich gesagt „wir gehen dieses Jahr 10 Tage Kanufahren an die Werra.“ „Oh …,“ sprach sie „über Ostern. Wird das nicht ein wenig kühl?“ Nun ich muss gestehen, das war der Punkt der auch mir etwas Sorge bereitete.
Wie bekomme ich meine Kinder bei schlechtem Wetter wieder trocken? Also schickte ich meinen Mann erstmal los damit er sich um das Heizproblem kümmern sollte. Mit einem breitem Grinsen kam er zurück. Er hatte im OBI eine gusseiserne Feuerschale ergattert. Nun ja, ich war etwas skeptisch ob wir da gegen die „Trapper“ in ihren Tipis mit ihren Öfen mithalten können. Wir ließen es auf uns zukommen.
Am Freitag kamen wir an. Zwischen all den Tipis und Prospektoren fühlten wir uns ein wenig wie „Greenhorns“ mit unserem Old Town Dampfer und unserem einfachem Dreimann-Zelt. Aber wir wurden herzlich aufgenommen. Die Kinder hatten sich ziemlich schnell beim Fußball spielen angefreundet und wir lernten die anderen abends beim Lagerfeuer kennen.
Am nächsten Morgen sammelte sich Rauch über dem Zeltplatz Maisy May. Aus jedem Tipi dampften die Holzöfen. Familienfreundlich ging es dann gegen 11.00 Uhr los auf die Werra. Wir hatten ja schließlich Ferien. Unsere Kinder weigerten sich mit uns in einem Boot zu fahren. Und so paddelten sie mit ihren neu gefundenen Freunden fröhlich in ihrem eigenem Boot los. Ich war erstaunt, wie meine Kinder, die sonst eigentlich schon immer bald die Lust verloren im Kanu zu sitzen plötzlich paddeln konnten. Die Werra ist ein braver Fluss, der sich gemächlich durch das Tal windet. Die Sonne schien warm und es roch schon ein wenig nach Sommer. Dieses Jahr war Ostern spät. Wir hatten schon fast Mai und so mussten wir aufpassen, dass die Sonne nicht unsere winterweiße Haut verbrannte. Mittags suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und machten ausgiebig Rast. Dann paddelten wir weiter bis Wanfried, wo schon die Autos bereitstanden, die wir dort vorher abgestellt hatten. Zurück am Zeltplatz hatten wir nicht lange Zeit zum verschnaufen. Ein riesiger Kessel hing bereits über dem Lagerfeuer und es galt Berge von Paprika und Zwiebeln klein zu schnipseln und Türme von Tomaten,- und Maisbüchsen zu öffnen. Gemeinsam machten wir uns ans Werk und saßen bald alle mit einer dampfenden Schüssel um eine meterlange Tafel versammelt. Währendessen verkünstelten sich die Kinder, natürlich vorrangig die Mädels beim Ostereierfärben. So entstanden viele originelle kleine Kunstwerke. Die Sonne neigte sich über dem Werrasee und verabschiedete sich mit einem orangerot getünchtem Himmel. Erneut flackerten die Lagerfeuer auf. Bei Bier und Wein ging der Samstag in gemütlicher Runde zu Ende.
Ostersonntag wurde es spannend. Gleich nach dem Frühstück setzten etwa 24 Boote gleichzeitig ins Wasser. Der Kampf begann. Mit zusammengekniffenen Augen suchten wir die Inseln des Werrasees nach Hinweisen ab. Da!! Ein Handtuch an einer Stange verriet uns die erste Stelle die wir erreichen mussten. Die Jungs paddelten wie der Teufel und glitten pfeilschnell übers Wasser. Der erste Osterhase war der ihre. Das Boot mit den Mädchen stand dem der Jungen in nichts nach und so hatten sie bald den zweiten Hinweis entdeckt. Wir mussten hinüber auf die andere Landseite. Weiter ging es zur nächsten Insel. Schließlich hatten wir die Hauptinsel erreicht auf der der Osterhase großzügig seine Gaben verteilt hatte. Nach etwa einer Stunde saßen viele erschöpfte Kinder mit glücklichen Augen und Schokolade verschmierten Gesichtern in ihren Booten. Weiter ging die Fahrt gemütlich auf der Werra durch Eschwege hindurch bis wir zu einer Bootschleuse gelangten. Das war schon ein mulmiges Gefühl, wie wir dort alle eng aneinander gedrängt in dieser Schleuse schwammen und unsere Boote sich zusammen mit dem Wasserspiegel immer weiter senkten. Vor uns eine riesige Wand. Endlich öffneten sich die Flügel der Schleuse und einer nach dem anderen entwich in die Freiheit.
Abends am Lagerfeuer lernten wir, was ein Dutch Oven ist und wie man eine Schlammechse bäckt. Schmeckt lecker!!
Am Montag wurde der Speckstein ausgepackt und alle Kinder sägten und schleiften stundenlang mit einer Hingabe an ihren Werken. Abends gab es Kinderkino in der GOC Jurte. Währenddessen wetteiferten die Männer wer die besten Pfannkuchen backen konnte. So ging das Osterwochenende seinem Ende zu.
Wir blieben noch bis zum GOC Treffen und verbrachten eine wunderbare Woche mit vielen Ausflügen und noch einigen Kanufahrten. Nach zehn Tagen kamen wir völlig entspannt nach Hause zurück.
Bleibt mir nur noch Danke zu sagen an Michael und seiner Familie, die das ganze prima vorbereitet und organisiert haben.
Fazit: Vielleicht sollte ich meine Bekannte zur nächsten Ostereiersuchfahrt einfach mitnehmen.

von Martina Holz

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