Pfingsten im Jura

Veröffentlicht: 03. Dezember 2012

Als Michael uns zur Familienausfahrt an die Loue eingeladen hat, haben wir nicht lange gezögert und zugesagt. Für uns war es eine neue Erfahrung mit dem GOC unterwegs zu sein und wir haben es sehr genossen.

Freitagabend haben wir uns zu viert in Rennes sur Loue auf dem Campingplatz getroffen, nachts kamen noch Johanna und Norbert an, auch zwei Gäste der Familienausfahrt.

Am ersten Tag waren wir mit dieser kleinen Gruppe zur ersten Erkundungstourunterwegs, haben einen sehr guten Wasserstand vorgefunden, konnten alle Wehre fahren und einige Übungseinheiten einlegen. Bernd und ich waren mit unseren Wildwasserkajaks dabei und Michael hat gleich die Gelegenheit ergriffen, ein Wildwasserkajak zu fahren - und Respekt, wir waren erstaunt wie gut das geklappt hat, obwohl wir uns natürlich (fast) alle eine schöne Kenterung gewünscht haben. [1] Im Laufe des Samstag ist unsere Gruppeangewachsen, so dass wir am Sonntag bereits mit einer wesentlich größeren Gruppe gestartet sind. Es ging los in Quingey und gleich nach dem Einsetzen kam die erst Mutprobe in Form eines Wehres mit abenteuerlicher Bootsrutsche. Lukas und Fabian, unsere beiden Kids im Kajak haben die Rutsche mit Bravour gemeistert, so wie alle anderen Boote. Dann ging es mal gemütlich mal spritzig immer Richtung Campingplatz. Es gab einige Wehre und Stufen zu bewältigen und auch Kenterungen zu überstehen. Unser mutiger Lukas musste dank der "helfenden" Hand seines Papas ein Wehr kopfunter fahren - was er überragend meisterte und gut überstanden hat. Björn kenterte mit seinem Ally am gleichen Wehr und hatte leider einige Materialverluste. Danach fiel die Entscheidung, die restlichen Canadier zu treideln leicht. Am späten Nachmittag erreichten wir müde aber glücklich unseren Campingplatz. Gemeinsam haben wir das traditionelle Chili zubereitet und verschlungen ... es war sehr lecker!

Gut ausgeschlafen ging es auch Pfingstmontag wieder in die Boote. Diesmal von unserem Campingplatz aus die Loue runter. Die typischen abwechslungsreichen Wehre und Stufen lassen auch auf dieser Strecke nicht lange auf sich warten, und so geht es mit viel Spaß den Bach hinunter. Zur Mittagspause warteten Johanna und Norbert auf uns, um sich zu verabschieden, sie mussten leider schon wieder nach Hause. Am Dienstag sind wir unsere längste Etappe gepaddelt, ca. 13 km, die zwischendrin doch recht lang wurden. Abhilfe hat der „Stinkesocken“ geschafft, den wir zumindest noch nicht kannten.

Mittwoch war Paddelpause für die meisten Teilnehmer unserer Familienausfahrt. Wir sind gemeinsam zur Loue-Quelle gefahren und haben uns den Ursprung unseres Flusses angeschaut. Beeindruckend schießt das Wasser aus dem Fels, doch wir hatten den Eindruck, dass ein paar Zentimeter Wasser gefehlt haben, um wirklich atemberaubend zu sein. Auch die Beschreibung des DKV-Führers mit Wildwasser V bis VI schien uns ein wenig hoch gegriffen. Anschließend sind Michael, Bernd und ich einige Kilometer unterhalb die Strecke Lods bis Ornans gepaddelt, um zu schauen, ob wir die Etappe mit der ganzen Gruppe und allen Booten schaffen können. Und ja, das sah gut aus, wenn auch schon etwas spritziger als die bisherigen Etappen. Donnerstag sind wir mit allen außer Björn, der leider ein kaputtes Knie hatte, diese Etappe gepaddelt. Einige schöne Wehre und Stufen waren dabei und alle sind gut runter gekommen.

Während unserer Ferienwoche ist der Wasserstand recht schnell gesunken, so dass wir uns am Freitag für eine kurze Tour, dafür aber mit Übungseinheiten entschieden haben. Während der Mittagspause für die meisten Großen haben die „Kleinen“ sich von uns mit dem Wurfsack „retten“ lassen. Wir waren beeindruckt, mit welchem Elan die Kinder bei der Sache waren. Es gab immer wieder eine kleine Warteschlange - sie waren trotz des recht frischen Wassers unerschrocken und unermüdlich.

Bernd und ich haben als Kajaker die Kinder in den Kajaks ein bisschen unter unsere Fittiche genommen und ihnen gezeigt, was beim Kajakfahren wichtig ist. Alle haben sich super angestellt, Fabian - unser Naturtalent ist nicht ein einziges Mal gekentert - Respekt! Und das beim ersten Mal im Kajak! Lukas, ein super Kajaker, sehr mutig und nicht unter zu kriegen. Timo, unser kleiner Kenterkönig hat wirklich alles ausprobiert und ist konsequent immer wieder über seine Grenzen gegangen, ein Mal kurz geschüttelt und wieder ab ins Boot. Maja, die elfenhafte Piratenbraut, die nichts schreckt. Marie, die bereits eine sehr gute Canadierfahrerin ist, hat auch im Kajak eine gute Figur gemacht.

Unser 1. Mal mit dem GOC war ein sehr schönes Erlebnis. Wir hatten viel Spaß, haben die Woche mit der ganzen Gruppe als sehr harmonisch empfunden und vor allem die Kinder sehr genossen. Ein großes Kompliment geht an Michael für die Planung, die Vorbereitung und die Durchführung. Eine Familienausfahrt erfordert viel Einsatz – das ist nicht selbstverständlich.

Vielen Dank, dass wir mitfahren durften.

Cornelia Brehm, Nov.2012

[1] …. dem Lukas haben Sie angestachelt: „sagt mal Feigling
zu Deinem Papa“. So kam ich zum kajakfahren,…

Liebe Cornelia, vielen Dank für den schönen Bericht.
Michael

Neuen Kommentar hinzufügen