Die Jungfernfahrt der Fossi II oder 11 Schwimmer am ersten Tag

Veröffentlicht: 23. März 2013

Wildwasserausfahrt an Fronleichnam 2012 an den Lech

Bereits direkt an der Einsatzstelle am Lechcampingplatz haben wir die ersten Verluste. Das schöne neue Boot „Fossi II“ haut´s gleich beim aus dem Kehrwasserfahren rein. Nichtsdestotrotz gleich wieder rein in die neue Schönheit und nochmal. Ändert am Ergebnis nichts, das Boot hat allerdings eine schöne blaue Unterseite; noch so ganz ohne Kratzer. Da wäre ich erst mal auf den Campingplatz getrippelt und hätte einen heißen Tee getrunken; oder wenigstens umziehen, die Möglichkeit besteht ja so direkt an der Einsatzstelle.
Weiter unten gleich der nächste Schwimmer und der wird auch gleich vorschriftsmäßig mit dem Wurfsack eingefangen. Danach versucht der Lech einen Einercanadier mit einer Walze zu fressen. Dazwischen geht Fossi II auch gleich wieder baden und wir fragen uns, was wohl mit Fossi I passiert ist.....
Man kommt mit dem Wurfsack-Eintüten kaum nach obwohl das hier gar kein offizieller Retten und Bergen Kurs ist. Ein Ersatzpaddel verabschiedet sich bei der nächsten Schwimmaktion, es kann das Elend nicht mehr mitansehen und hat wohl beschlossen, dass es alleine besser dran ist. Sehr viel weiter unten finden wir es ordentlich auf einer Sandbank aufgestellt wieder. Noch ein Stück weiter erwischt es den zweiten Einer. Soviel Pausenbrotwie wir beim Verschnaufen nach den Kenterungen machen müssen, haben wir gar nicht eingepackt!!!
Am Ende kommen wir auf 11 Kenterungen an einem Tag, meist sauber mit Wurfsack wieder eingefangen, an dem einmal gleich 4!!!! Leute zum Herrausziehen hängen!
Die Wandersleut`bekommen heute richtig Show, wir sind auf vielen Fotos verewigt. Hoffentlich hat keiner einen GOC Kleber auf dem Boot!
Fragt sich nur, wie wir das ganze Kenterbier nachher wegschlucken sollen!!!

Nachdem wir zum Abendessen alles Eßbare zusammengelegt und gemeinsam gekocht haben, zünden wir wegen der Optik ein kleines Lagerfeuer an. Man muß ja schließlich um irgendwas drumrum sitzen. Brennen will es allerdings nicht so recht. Es ist faszinierend wie man Männer reihum damit beschäftigen kann, ein rauchendes Lagerfeuer zum Brennen zu bringen. Da wird nichts unversucht gelassen, egal wie feucht das gestellte Holz auch ist. Nachdem jeder abwechselnd mit der Luftpumpe den Qualm bearbeiten durfte, erregen wir wohl doch zuviel Aufmerksamkeit. Vom Campingwart freundlich an das Verbot eines offenen Feuers erinnert, sollten wir das Lagerfeuerchen herunterbrennen lassen. Kein Problem, nachdem keiner mehr pumpt, ist nach drei Minuten nur noch Qualm übrig.
Hier beginnt der größte Spaß des Abends!
Ein guter Schwabe läßt nichts verkommen und flux trägt Georg die Glut ins Zelt und wirft sie in den Ofen. Noch ein paar Spächtele und schon brennt es ordentlich. Georg hat jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Eigentlich kann man in Georg´s Öfchen fast alles reinstopfen, der zieht schon. Weit gefehlt. Gleich entwickelt sich dicker Qualm im Zelt. Kein Problem, ein paar Tropfen Wachs sollen Abhilfe schaffen. Der weiße Qualm, der aus dem Zelteingang wabbert wird immer dicker. Hier ein Kommentar von Georg auf unsere gutgemeinten Sticheleien:

„Ihr habt ja gar keine Ahnung, solange die Kerze noch brennt, ist noch genug Sauerstoff vorhanden.“

Der offene Ofen denkt gar nicht daran, den Qualm durch das Rohr abzuziehen. Vielmehr gleicht er mittlerweile einem richtig guten Nebelwerfer, jede Disco würde vor Neid erblassen. Mit soviel Qualm weiß Georg nun auch nichts anzufangen und taucht auf der Suche nach den Ofendeckel quer durch den Nebel. „Georg, geht’s dir gut, siehst du überhaupt noch was?“ „Wo ist der Ofendeckel???“ „Georg, kriegst du noch Luft?“ Dumpf klingt Georgs Stimme aus dem vollgequalmten Zelt: „Wo ist der verflixte Deckel?!!!“
„Das steht später auf dem Grabstein: Wo war der Deckel?!“
Plötzlich wird mit einem erleichterten Seufzer der Deckel auf die Rauchkanone gefummelt. Wir können das nur noch geräuschtechnisch wahrnehmen, sehen können wir Georg schon lange nicht mehr. Das Zelt ist komplett mit weißem Rauch gefüllt, plötzlich kommt eine undeutliche Stimme aus dem Qualm: „Unten, in Grasnähe ist die Luft ganz ok.“
Da der Rauch nun durch das Rohr gezwungen wird, füllt sich der gesamte Campingplatz damit und wabbert langsam aber sicher auf das Campingwohnhaus zu. Vielleicht hätte Volker uns das kleine Feuerchen lassen sollen. Schließlich bekommt Georg Unterstützung durch die Luftpumpe. Unten glüht der ganze Ofen, aber sobald man den Deckel öffnet, „Guck mal was des macht!!!“ (Georg wie ein kleines Kind am Weihnachststrumpf, ganz begeistert von seiner neuen Nebelkanone.)
Der Ofen feuert fetten weißen Qualm, als würde darunter eine Maschine um ihr Leben schuften. Doch nach fleißigem Pumpen brennt es schließlich doch noch. Georg taucht plötzlich aus dem Eingang auf, vom Zeltinneren kann man immernoch nichts erkennen: „Ist gut zum Imprägnieren, sollte man immer mal wieder machen, tut dem Material gut.“

→ Wir lernen: Ein Schwabe kann alles gebrauchen, auch wenn´s nur Qualm ist!



Andrea Remmele Wiedenmann

  • Der LECH
  • Wandern bei Regen
  • Fossi II wartet auf Einsatz
  • Vorbereitung läuft
  • erst mal abkühlen
  • alles wieder trocknen
  • gemütliche Runde

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