Grundkurs und Aufbaukurs bei Georg

Veröffentlicht: 15. August 2013


Grundkurs

Samstag 27. April 2013, bei knapp 10 Grad und strömenden Regen fahren wir am frühen Morgen in Richtung Stuttgart. Georg's Beschreibung ist zum Glück sehr gut, so dass wir die Zeltwiese bei Enzweihingen auf Anhieb finden.
Schon von weitem sehen wir das Tipi und da der Regen auch gerade eine Pause macht, stellen wir schnell unser Zelt auf. Außer uns ist noch eine nette Vierergruppe aus dem Südschwarzwald mit von der Partie. Nach einem heißen Kaffee in Georgs Tipi geht es schon gleich los mit etwas Theorie und wir üben den Hüftknick im Canadier-Simulator. In der Zwischenzeit hat es wieder angefangen zu nieseln und wasserdicht verpackt geht es nun los auf den "Bach" (O-Ton Georg). Zunächst setzt sich Georg zu jedem Einzelnen ins Boot und zeigt uns Grundschlag vorwärts und rückwärts, Zieh- und Hebelschlag folgen. Mit diesen vier Schlägen sind wir für das erste Kehrwasser und die Seilfähre vorwärts bereit. Am Nachmittag sind wir dann klatschnass und doch etwas erschöpft von den ungewohnten Bewegungen. Nach tagelangen Regenfällen hat die Enz ordentlich Wasser und eine (für uns) beeindruckende Strömung. Als wir die praktischen Übungen für diesen Tag beenden, sind trockene Sachen eine Wohltat. Die nassen müssen getrocknet werden, aber wie? Sollen wir die Standheizung im Auto anmachen - ja, denn nichts schlimmeres, als am nächsten Tag in feuchte Klamotten zu steigen. Somit läuft die Standheizung vier Stunden, anschließend ist alles trocken, die Autobatterie dann aber auch leer! Als es dunkel wird machen die Südschwarzwälder mit mitgebrachtem Holz ein tolles Feuer unter ihrem Tarp. So wird gekocht, gebrutzelt und Georg macht in der Nacht noch leckere Pfannkuchen - mmh! Nach und nach kriechen wir in unsere Zelte und schlafen tief und fest, bis uns am nächsten Morgen das Geklapper des Kochgeschirrs aufweckt. Georg's Kaffee ist schon aufgebrüht und wir starten den zweiten Kurstag mit einem leckeren Frühstück im warmen Tipi, denn Georg hat nicht nur den Kaffee gemacht, sondern auch eingeheizt. Das ist bei diesen Temperaturen natürlich super, auch wenn wir den ganzen Sonntag von Regen verschont bleiben sollen. Während des Frühstücks erzählt Georg noch die eine oder andere Anekdote aus vergangenen Kursen und Touren. Wir besprechen den Tagesablauf und bringen dann die Boote mit dem Bus zur Einsatzstelle nach Vaihingen um unterhalb des Wehres das Erlernte zu üben. Im Anschluss paddeln wir flussabwärts von Kehrwasser zu Kehrwasser bis zu unseren Zelten am Sportplatz in Enzweihingen. Nach einer späten Mittagsrast ist der Nachmittag schon halb vorbei und es heisst die Zelte abzubrechen und uns von Georg und den anderen zu verabschieden.


Aufbaukurs

Doch für uns zwei dauert es nur wenige Wochen und schon fahren wir wieder an die Enz, zum Aufbaukurs im Tandemcanadier. Diesmal sind wir am Abend vorher angereist und Georg's Tipi und Bus stehen schon an altbekannter Stelle. Auch unsere Mitstreiter, Anke und Jörg aus Wiesbaden, treffen kurze Zeit später ein. Da sie mit ihrem grünen Ally kommen und wir ein rotes Pakcanoe haben, sind wir quasi ein reiner Faltcanadier-Kurs. Das Wetter meint es diesmal gut mit uns, bei strahlend blauen Himmel und fast 25 Grad bauen wir unsere Boote auf. Den lauen Sommerabend verbringen wir gemütlich bei Wein und Bier und sehen uns zur Einstimmung schon mal einige Videos früherer Kurse, auf Georg's Laptop an.
Am nächsten Morgen gibt es nach dem Frühstück erst einmal eine theoretische Auffrischung der verschiedenen Steuerschläge aus dem Grundkurs und ein wenig Strömungslehre, aber schon bald geht's zur praktischen Umsetzung auf das Wasser. Die Reste des Hochwassers Anfang Juni sind auch an der Enz noch gut zu sehen, der Sportplatz an dem unsere Zelte stehen, war vor wenigen Wochen noch ein einziger See gewesen. So haben wir auch diesmal wieder einen hohen Wasserstand und eine flotte Strömung. Zunächst rekapitulieren wir das Ein- und Ausfahren aus dem Kehrwasser, erst einzeln und dann im Tandem, wobei Georg viele Tips zur richtigen Technik gibt. Auch die flache und hohe Paddelstütze werden fleissig geübt, was uns dann schnell zu einem neuen Schlag bringt, dem Übergriff am Bug, in unserem Kurs also eine Herausforderung für die "Frontfrauen". Nach vielen Runden Kehrwasser und diversen Seilfähren, auch rückwärts, freuen wir uns uns auf eine kleine Mittagsrast an den Zelten.
Der Nachmittag steht dann ganz im Zeichen einer Tour bis zum nächsten Wehr in Oberriexingen. Auf dem Weg dorthin lassen wir natürlich kein Kehrwasser aus und wir lernen wie man einen Fluss "liest", wie man den Strömungsverlauf erkennt und welche Gefahren, z.B. bei Hindernissen im Fluss auf uns zukommen könnten.
Aber wir bleiben alle trocken und nachdem die Boote auf dem Bus verladen sind geht es zurück nach Enzweihingen, wo wir den Abend beim Griechen am Sportplatz und anschliessend am Feuer gemütlich ausklingen lassen.
Am Sonntagmorgen werden wir von einem heftigen Gewitter geweckt, doch schon zum Frühstück scheint die Sonne wieder. Nachdem wir uns mit Kaffee, Brot und Müsli gestärkt haben, transportieren wir die Boote nach Vaihingen. An der schon bekannten Stelle unterhalb des Wehres versuchen wir unsere Technik noch zu verbessern und paddeln dann gemütlich flussabwärts bis zu unseren Zelten. Doch nach kurzer Pause zieht es uns wieder aufs Wasser, nochmal Richtung Oberriexingen. In einem Kehrwasser mit ordentlicher Hauptströmung und schöner Schnittlinie gibt es dann für die Damen im Bug noch eine Runde Spezialschulung: Kehrwasserfahren mit Übergriff und Kanten des Bootes. Im Tandem üben wir dann das Zusammenspiel der verschiedenen Techniken, immer unter Georgs wachsamen Augen.
Viel zu schnell erreichen wir das Wehr und auch der zweite Kursteil neigt sich dem Ende. Es hat uns viel Spass gemacht und Georg hat uns geduldig die Grundlagen des Kanadierpaddelns vermittelt. Jetzt heißt es auf kürzeren und längeren Touren fleissig üben und wer weiß, vielleicht machen wir im nächsten Jahr doch den Wildwasserkurs…

Claudia und Mathias

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